Das Tal der weißen Pferde

                       
       
                           
   

Hinweise:

     

   

> die türkisfarbenen Wörter führen zu Links. Der Rücksprung erfolgt durch Klick auf den Pfeil im linken oberen Rand  
   

       

 

> die gelben kursiven Wörter entsprechen den gewählten Bezeichnungen in den drei Romanen der Thüringen-Saga ("Im Tal der weißen Pferde", "Das Blut der weißen Pferde", "Die Spur der weißen Pferde")  
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Wipfra-Quelle bei Oberpörlitz

 
   

 

 
                       
                       
   

Bild 1: Wipfra von der Quelle bis zur Mündung

      Mehrfach wurde ich gefragt, ob das Tal der weißen Pferde auch real existiert oder nur eine Annahme in meinen drei historischen Romanen über das Thüringer Königreich ist.

Es gibt es!

Gemeint ist damit das Wipfratal, das zwischen Arnstadt und Ilmenau liegt. Die Quelle der Wipfra befindet sich in der Nähe von Oberpörlitz und der kleine Fluss mündet zwischen Eischleben und Molsdorf (Molstedt) in die Gera.

Nachfolgend berichte ich von meiner Wanderung durch das Obere Wipfratal. Hilfreich waren für mich dabei die Topographischen Karten im Maßstab 1:10000 vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation in Erfurt. In ihnen (Bild 2 bis Bild 11) sind Feld- und Waldwege eingezeichnet. Straßen versuche ich zu vermeiden, doch ist es in den Orten angeraten, die Sehenswürdigkeiten kurz in Augenschein zu nehmen.

     

Bild 12: Ilmenau, Ortsteil Oberpörlitz

 

Bild 13: Mündung der Wipfra in die Gera bei Eischleben

 

 
                       
            Die Wanderung begann ich in Oberpörlitz, einem Ortsteil der Stadt Ilmenau, und sie endete in Niederwillingen, einem Ortsteil der Gemeinde Ilmtal. Beide Orte haben Bahnanschluss zwischen den Strecken Ilmenau-Arnstadt und Arnstadt-Saalfeld.      

Bild 14: Niederwillingen

 
                       
            Die Strecke durch das Obere Wipfratal beträgt etwa 22 km. Wem der Weg an einem Tag zu lang ist, der kann im Hotel "Zur Talsperre" am Heydaer Stausee oder in Wipfra (Wipa) in der Pension "Lindenhof" auf halber Strecke übernachten. Das ist insofern ratsam, da man dann genügend Zeit hat, die Sehenswürdigkeiten in den Orten entlang der Wipfra (Wip) und der näheren Umgebung, z.B. die Reinsburg, zu entdecken.      

Bild 15: Heyda-Stausee

 
                       
            Das Wipfratal ist kaum vom Tourismus erschlossen. Gutes Schuhwerk ist angeraten. Nicht alle Teilstrecken sind als Wanderwege ausgeschildert. Für die nichtgekennzeichneten Wege ist besondere Vorsicht geboten, da sie teilweise sumpfig sind oder von den Landwirtschaftsbetrieben genutzt werden. Eine Gewähr für die Begehbarkeit kann ich nicht geben. Hier nun die Beschreibung meiner Tageswanderung mit Fotos.      

Bild 16: Sumpfiger Weg bei Neuroda

 
                       
       
   

Hirtenbuschteich bei Oberpörlitz

 
   

 

 
                       
           

Oberpörlitz

         
                       
   

Bild 2: Wipfraquelle bei den Hirtenbuschteichen von Oberpörlitz

      Mit dem Regionalzug fuhr ich bis Ilmenau Pörlitzer Höhe. Von dort (0,0km) ging ich in westlicher Richtung, auf dem Weg parallel zum Bahndamm, weiter. Nach dem Überqueren der Ilmenauer Allee (0,8km) führte der Weg am links liegenden Büchsteich (1,3km) vorbei. Bevor der Weg links zur B4 abbiegt, zweigt ein Wanderweg rechts ab (1,6km), zu den Hirtenbuschteichen von Oberpörlitz. Nach dem Überqueren der Martinrodaer Straße (2,4km) ging ich am Damm zwischen dem ersten und zweiten Teich entlang. Am Ende des Damms bog ich rechts zum dritten Teich ab. An seinem Ende (2,8km) geht ein schmaler Pfad links die Böschung hinab, an einem zerfallenen Gebäude vorbei und stößt auf einen Waldweg. Auf diesem ging ich rechts weiter und fand bald die Wipfra-Quelle (3,0km). Sie ist nicht als solche gekennzeichnet und liegt verborgen rechtsseitig vom Weg im Wald.

Der Waldweg führte leicht abfallend zum linksseitigen Wipfratal (3,5km). Von einem Bach war noch nichts zu erkennen. Zahlreiche Rinnsale sammeln sich in einer morastigen Wald- und Wiesenniederung. Sie fließen zum kleinen und großen Teufelsteich (4,8km) und von dort in östlicher Richtung weiter zum renaturierten ehemaligen Waldbad (5,3km) von Unterpörlitz (Alfenheim). Vom Weg aus entdeckte ich ein weißes Pferd, wahrscheinlich vom Reiterhof in Oberpörlitz, das im rechtsseitigen Talgrund graste.

     

Bild 17: Bahn-Haltepunkt "Ilmenau-Pörlitzer-Höhe"

Bild 18: Oberpörlitz, Martinrodaer Straße

Bild 19: Weißes Pferd im oberen Wipfragrund

 
                       
       
       
   

Renaturierter Badeteich bei Unterpörlitz

 
   

 

 
                       
            Unterpörlitz (Alfenheim)          
                       
   

Bild 3: Wipfra-Teiche bei Unterpörlitz

      Zu den folgenden Teichen wechselte ich die Uferseite, denn der Blick von dort auf die beiden Schlemmteiche ist besonders schön. In der Thüringen-Saga ("Im Tal der weißen Pferde") ist der Teich vor der Straße (5,8km), die Unterpörlitz (Alfenheim) mit Heyda (Heyloh) verbindet, als Giselateich bezeichnet. Libellen und Lichtreflektionen im Wasser, lassen mit etwas Phantasie Elfen erscheinen.

 

     

Bild 20: Großer Schlemmteich (Giselateich) bei Unterpörlitz

 

 
                       
   

Bild 4: Streichgrund

      Der Lärm der Autobahn A71, die nur wenige Meter davon entfernt das Wipfratal überquert, ließ nicht die rechte Muse zum Träumen aufkommen. Auf der linken Talseite führt ein Waldweg oberhalb des Streichgrundes bis zum Gerbersteich (7,0km). Hier beginnt auch der Altwipfergrund, dessen Quellgebiet an der Straße zwischen Ilmenau und Bücheloh liegt.

 

     

Bild 21: Talbrücke Streichgrund der A71

 
                       
   

Bild 5: Wipferkopf

      Am Waldrand führt der Weg vorbei an der Schukelwiese und der Großen Streitwiese bis zur Mündung (8,1km) des Wipfra-Baches in den Heydaer-Stausee.      

Bild 22: Wegweiser am Stausee

 
                       
                       
       
   

Heydaer Stausee

 
       
                       
           

Talsperre Heyda

         
                       
   

Bild 6: Heydaer Stausee

      Der Weg rechtsseitig des Sees ist gut als Wanderweg gekennzeichnet. Es gibt mehrere Zugänge zum Seeufer mit einer phantastischen Aussicht über das Gewässer. Mit etwas Glück und Geduld kann man Schwäne, Enten, Kormorane und Fischreiher beobachten.

Kurz nach der Abzweigung in Richtung Bücheloh kommt ein Dammweg (9,2km). Links davon ist der Stausee zu sehen und rechts das Sumpfgebiet der "Bösen Wiesen" zu erkennen. Ein Waldweg führt an ihnen vorbei, durch den Schlotterbachgrund (Sumpf mit Freyainsel) bis hin zum Kleinen Eichelsee.

Ich hielt mich jedoch links, in Ufernähe des Stausees. Nach etwa einer Stunde überquerte ich die Staumauer (11,1km) und stärkte mich in der Gaststätte "Zur Talsperre".

Lange konnte ich nicht verweilen, denn bis zum Tagesziel nach Niederwillingen hatte ich erst die Hälfte der Strecke erreicht.

 

     

Bild 23: Fischreiher am Heydaer-Stausee

Bild 24: Schlotterbachgrund

Bild 25: Staumauer

 
                       
            Gestärkt ging ich weiter. Rechtsseitig des Wipfra-Flußes (Wip) wanderte ich auf einem Wald- und Wiesenweg bis zum Ort Wipfra (Wipa).      

Bild 26: Feuerwehrübung am Wipfraweg

 
                       
                       
       
   

Wehrkirche in Wipfra

 
       
                       
           

Wipfra (Wipa)

         
                       
   

Bild 7: Ort Wipfra

      Zwei Möglichkeiten bieten sich an, die Straße (14,0km) zu überqueren und über den Steg des Wehres im Wiesengrund bis zum Ortsausgang in Richtung Neuroda (Rodewin) zu wandern, oder durch den Ort zu gehen und die gut erhaltene Wehrkirche (12. Jh.) zu besichtigen.

Am Anger vorbei fließt die Prolle, ein Nebenbach der Wipfra, der bei Schmerfeld entspringt.

Am Ortsausgang, in Richtung Neuroda (Rodewin), führt der Feldweg links vor der Brücke (14,3km)  an den Stallungen der Landwirtschaftlichen Erzeugergesellschaft vorbei, bis zur Brücke (14,8km) über die Gomlitz, einem kleinen Bach, der bei Reinsfeld (Rinslar) entspringt, an Kettmannshausen (Kettar) vorbeifließt und in die Wipfra (Wip) mündet.

     

Bild 27: Wehr bei Wipfra

Bild 28: Brücke über die Gomlitz

 
                       
   

Bild 8: Von Wipfra nach Neuroda

      Hinter der Brücke teilt sich der Weg. Ich ging den linken Abzweig leicht bergauf. Am Waldrand entlang, kam ich zum Mühlberg und durch den Laubwald zur Wipfrabrücke (15,7km) von Neuroda (Rodewin).      

Bild 29: Mühlberg bei Neuroda

 
                       
       
       
   

Alte Schule in Neuroda

 
                       
                       
           

Neuroda (Rodewin)

         
                       
   

Bild 9: Neuroda

      Ein Rundgang durch das schöne Dorf lohnt sich. Der Weg geht bergauf, an der "Alten Schule" (Vereinshaus des Heimatvereins), dem Seniorenpark und dem Pfarrhaus vorbei zur Kirche St. Mauritius. Weiter geradeaus kommt man zu Mämpels ehemaliger Gaststätte und dann links den Bücheloher Weg hinab, an den Teichen vorbei, bis zum Anger und zurück zur Wipfrabrücke.

An der Ortsausgangsstraße in Richtung Arnstadt, ging ich bei dem Begrüßungsschild, rechts auf einem Feldweg im Wipfratal weiter. Dieser Weg war streckenweise sehr sumpfig, doch konnte ich am Waldrand ausweichen.

     

Bild 30: Neuroda

Bild 31: Begrüßungsschild von Neuroda

 
                       
            Nach etwa 30 Minuten erreichte ich die Autobahn- und ICE-Brücke (17,4km). Ich überquerte die Landstraße zwischen Branchewinda (Branda) und Traßdorf und kam zu einer Furt über die Wipfra (Wip). Zum Glück war der Wasserstand gering und ich durchwatete barfüßig das langsam fließende Gewässer. Auf der anderen Fluss-Seite ging es steil bergauf, zu dem Feldweg (17,8km), der direkt nach Behringen (Bemar) führt.

Ich hätte auch trockenen Fußes zu diesem Feldweg gelangen können, wenn ich die Landstraße nicht überquert, sondern ihr in Richtung Traßdorf etwa 200m gefolgt wäre. Dort beginnt linksseitig der Feldweg nach Behringen.

 

     

Bild 32: ICE- und Autobahnbrücken bei Behringen

Bild 33: Furt durch die Wipfra

 
                       
                       
       
   

Gutsteich in Behringen

 
       
                       
           

Behringen (Bemar)

         
                       
   

Bild 10: Von den Wipfratalbrücken (ICE und A71) bei Behringen nach Oberwillingen 

      Bekannt ist Behringen (Bemar) durch den gleichnamigen Tunnel und seine Mitgliedschaft im internationalen Behringenverein.

Der Wanderweg führt über eine Brücke (18,7km), am Schloßteich und ehemaligen Gutspark vorbei zur Straße, in Richtung Oberwillingen. Davor gibt es noch einen rechten Wiesenweg, der über zwei kleine Brücken zu dem rechtsseitigen Wipfraweg führt. Flußabwärts erreichte ich Oberwillingen in 20 Minuten.

     

Bild 34: Gutspark

Bild 35: Kräutergarten

 
                       
                       
       
   

Spring von Oberwillingen

 
       
                       
           

Oberwillingen

         
                       
   

Bild 11: Von Oberwillingen nach Niederwillingen

      Der kleine Ort ist sehr schön gelegen, zwischen dem Polsenberg und dem Willinger Berg (Wilberg). Die Wipfra (Wip) weist hier eine Besonderheit auf. In der Nähe der Wipfrabrücke (19,9km) befindet sich der Oberwillinger Spring, in dem versickertes Ilm-Wasser (etwa 500 Meter nördlich von Griesheim) wieder zu Tage tritt.

Am linken Flussufer führte der Weg hinter der Brücke weiter nach Niederwillingen. Dabei hielt ich mich am Ortsende rechts, um den Weg nahe der Wipfra (Wip) nicht zu verpassen. Nach etwa 20 Minuten erreichte ich die ersten Häuser (20,5km) von Niederwillingen, dem Ziel meiner Wanderung durch das Obere Wipfratal.

     

Bild 36: Spring in Oberwillingen

Bild 37: Oberwillingen

 
                       
                       
       
   

Wipfrabrücke in Niederwillingen

 
       
                       
           

Niederwillingen

         
                       
            Der Eisenbahnhaltepunkt liegt am anderen Ende des Ortes, nicht weit von der Kirche entfernt. Nach Überqueren der schmalen Brücke, zur Landstraße nach Griesheim, ging ich am rechten Wipfraufer flussabwärts weiter. Ich erreichte das Tunnelmuseum (A71) und kam zur Brücke (21,1km), die die Straße zwischen Branchewinda (Branda) nach Stadtilm verbindet. Interessante Fachwerkhäuser liegen an dieser Straße. Vor der Kirche bog ich links in die Schulstraße und erreichte nach wenigen Metern den Eisenbahnhaltepunkt (21,5km) von Niederwillingen.      

Bild 38: Tunnelmuseum in Niederwillingen

Bild 39: Bahn-Haltepunkt in Niederwillingen

 
                       
                       
       
   

Weißes Pferd in Niederwillingen

 
       
                       
           

Unteres Wipfratal

         
                       
            Einen Weg entlang des Unteren Wipfratals, muss ich noch erkunden. Von Niederwillingen ausgehend folgen die Dörfer Roda, Görbitzhausen, Hausen, Marlishausen, Ettischleben, Alkersleben, Elxleben, Kirchheim und als letzter Ort an der Wipfra, Eischleben. Nach der Brücke, wo die A71 die Gera überquert, fließt die Wipfra in die Gera.

 

     

Bild 40: Eischleben

 
            Welche Bewandtnis die weißen Pferde im Wipfratal haben, das will ich hier nicht verraten. In meinen drei Romanen aus der Zeit des Thüringer Königreichs "Im Tal der weißen Pferde", "Das Blut der weißen Pferde" und "Die Spur der weißen Pferde", die im Heinrich-Jung-Verlag erschienen sind, ist dies zu erfahren.      

Bild 41: Weiße Pferde in Neuroda

 
                       
            Ich wünsche allen Wanderfreunden die das "Tal der weißen Pferde" besuchen, gutes Wetter und viel Freude bei der Erkundung dieses noch wenig touristisch erschlossenen Tals.